ESIM 2008 – Eine Woche Innere Medizin im Kreise der Nationen
Erneut trafen sich in diesem Jahr 70 junge Internisten aus Europa, Kanada und den USA, um an der European School of Internal Medicine (ESIM) teilzunehmen, welche unter der Schirmherrschaft der European Federation of Internal Medicine (EFIM) veranstaltet wird. Wie in den beiden Vorjahren fand die ESIM auch dieses Jahr in Portugal statt, im Klosterseminar Seminário da Torre d’Aguilha zwischen Estoril und Lissabon. Inhalte der ESIM sind einerseits ein intensives Lehrprogramm aus mehreren Bereichen der Inneren Medizin, andererseits aber auch das Zusammenführen junger Mediziner aus diesmal 24 Nationen mit dem Ziel des persönlichen Austausches, aber auch der zukünftigen Bildung eines Netzwerkes junger Internisten in Europa (Young Internists), um so die Kommunikation und Kooperation zwischen den Ländern zu fördern.
Während des einwöchigen Programms wurden täglich Vorlesungen zu verschiedenen internistischen Themen gegeben (Beispiele: erhöhte Leberwerte, Lymphome, akutes Nierenversagen, Hypertensive Krise, Asthmatherapie, Metabolisches Syndrom, orale Ulcera, diastolische Herzinsuffizienz), ein Schwerpunkttag war allein dem Diabetes mellitus gewidmet. Die insgesamt angenehm lockere Atmosphäre ermöglichte eine sehr interaktive Präsentation der einzelnen Themen.
Aus jedem der teilnehmenden Länder wurde von den Teilnehmern außerdem ein klinischer Fallvortrag präsentiert. Hierbei wurde neben dem Finden der eigentlichen Diagnose insbesondere ein Schwerpunkt auf das Erarbeiten von Lösungswegen bei klinischen Fragestellungen gelegt mit aktiver Mitarbeit aller Teilnehmer in den einzelnen Schritten vom ersten Patientenkontakt bis zur Sicherung der Diagnose.
Weiterhin fanden zahlreiche Workshops statt, in denen die unterschiedlichen Medizinsysteme sowie organisatorische und therapeutische Ansätze in den einzelnen Ländern verglichen und ethische Themen zunächst in kleinen Gruppen und später auf dem Podium diskutiert wurden. Ein weiteres heiß diskutiertes Thema stellten die Unterschiede in Ausbildung und Arbeitsbedingungen dar.
Eine Belohnung für die langen Lehrtage bot das reichhaltige Sozialprogramm, in dem wir an mehreren Abenden portugiesische Live-Musik erleben und einen vorlesungsfreien Tag mit einem Bootsausflug vor der Küste Portugals sowie mit einer Führung durch Lissabon verbringen konnten. Den krönenden Abschluss bildete ein Gala-Dinner am Strand von Estoril mit einem großartigen Abschiedsfeuerwerk extra für die Teilnehmer der ESIM. Hierbei muss ausdrücklich die überwältigende Warmherzigkeit und Gastfreundlichkeit der Portugiesen und insbesondere des ESIM-Direktors Antonio Martins Baptista erwähnt werden, für die wir uns hiermit noch einmal ausdrücklich bedanken möchten und die diese Woche in Portugal für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht hat.
Unser besonderer Dank gilt auch der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, die uns durch Ihre Stipendien die Teilnahme an diesem außergewöhnlichen Programm überhaupt erst ermöglicht hat.
Im nächsten Jahr wird ESIM in London stattfinden, und der Vize-Präsident der EFIM und Organisator der ESIM in England, Chris Davidson, hat schon andeuten können, dass diese nicht weniger interessant und mitreißend sein wird. Alexis Michael Müller-Marbach, Ulrike Müller, Thomas Kuhl und Moritz Gerhardt

von links nach rechts: Thomas Kuhl (Köln), Stefan Lindgren (Präsident der EFIM, Schweden), Alexis Michael Müller-Marbach (Düsseldorf), Christopher Davidson (Vizepräsident der EFIM, England), Ulrike Müller (Leipzig), Antonio Martins Baptista (Direktor der ESIM Portugal), Moritz Gerhardt (Köln)
EFIM – Meeting der Young Internists in Asker bei Oslo, Norwegen im März 2010
Vom 5.3. bis zum 7.3.2010 fand in Asker in der Nähe von Oslo parallel zum Treffen des Administrative Council der European Federation of Internal Medicine (EFIM) die erste Versammlung der Young Internists statt.
Die Young Internists (YI) sind eine europäische Gruppierung junger Internisten aus den verschiedenen europäischen Gesellschaften für Innere Medizin, die sich ursprünglich ausgehend von der European School for Internal Medicine (ESIM) gebildet haben, welche inzwischen zweimal pro Jahr von der EFIM veranstaltet wird und junge Mediziner aus ganz Europa zu einer Woche Intensivkurs in der Inneren Medizin zusammenführt. Zu dem Treffen in Oslo waren die jeweiligen Repräsentanten der YI aus 17 europäischen Ländern angereist.
Im Rahmen des Treffens in Oslo wurden die Young Internists offiziell als Teil der EFIM akkreditiert. Die jeweiligen nationalen Vertreter der YI dürfen damit an der Generalversammlung und den Abstimmungen der EFIM teilnehmen. So wurde während dieser Versammlung zum Beispiel über die Aufnahme der Russischen Gesellschaft für Innere Medizin abgestimmt und ausführlich über die Projekte der EFIM diskutiert.
Aus dem ursprünglich kleinen Netzwerk junger Ärzte ist inzwischen eine Vereinigung junger Mediziner aus ganz Europa geworden. Die Young Internists sind zu einer Organisation gewachsen, mit der auch junge Mediziner an den Entscheidungsfindungen innerhalb der Gesellschaften für Innere Medizin beteiligt werden.
Während dieses ersten paneuropäischen Treffens wurde unter Anderem die offizielle Verfassung der YI bestätigt und über die Forschungsprojekte und Aktivitäten der YI berichtet. Insbesondere wurde diskutiert, wie und in welchem Maße junge Mediziner als eigenständige Gruppe innerhalb der einzelnen Länder organisiert sind und wie sich diese Netzwerke verstärken und ausbauen lassen. Während es so zum Beispiel in Italien ein sehr starkes Netzwerk von jungen Internisten gibt, das von lokalen über regionalen bis hin zu einer nationalen Vereinigung reicht, gibt es Deutschland noch nichts Vergleichbares. So kommt es bei uns häufig vor, dass junge Internisten, obwohl sie in der gleichen Stadt, wenn auch in verschiedenen Krankenhäusern arbeiten, über berufliche Gelegenheiten wie Kongresse oder Vorträge hinaus in keinerlei Kontakt stehen. Dies ist sicherlich ein Nachteil in einer Zeit, in der alle von den gleichen Problemen wie schwierigen Arbeitsbedingungen und Defiziten in der Ausbildung betroffen sind. Dabei ist anzunehmen, dass erst durch ein gemeinsames Vorgehen hier Verbesserungen erreicht werden können.
Wer sich mehr für die Projekte der Young Internists interessiert oder mitmachen möchte, der kann sich aktuell unter der europäischen Webseite www.younginternists.efim.org und demnächst auch unter der deutschen Seite www.younginternists.de und auf der Webseite der DGIM informieren. Dr. Alexis Michael Müller-Marbach