DGIM Ehrenmitglied 1998

Franz Loogen

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Franz Loogen, geboren am 13. April 1919 in Baesweiler, war ein Wegbereiter der Herzkatheterisierung. Sein Wirken trug entscheidend dazu bei, dass die Kardiologie zu einem anerkannten eigenen Fachgebiet der Inneren Medizin wurde. Er war Spieler des FC Bayern München und Arzt der deutschen Fußballnationalmannschaft. – Nach dem Abitur am Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen (1937) studierte Loogen in Köln (Physikum 1939), Berlin und München. Sein Studium wurde durch den Kriegsdienst bei der Wehrmacht unterbrochen (u.a. Gebirgsjäger; u.a. Einsatz an der Ostfront bei Leningrad und Lazarettarzt in Rosenheim). 1944 konnte er in München das Staatsexamen ablegen und wurde bei dem Chirurgen Karl Vossschulte mit einer Arbeit „Über den sog. ärztlichen Kunstfehler“ promoviert. In den Münchener Studienjahren bestritt Loogen als linker Läufer zehn Punktspiele für den bei den Nationalsozialisten unbeliebten FC Bayern München in der Gauliga Südbayern (Foto: Franz Loogen in der unteren Reihe ganz rechts). Von September 1944 bis Januar 1948 befand er sich zunächst in amerikanischer, dann in englischer Kriegsgefangenschaft. Im englischen Horbling wurde er als Lagerarzt eingesetzt und konnte bereits 1946 Penicillin zur Behandlung von Herzinnenhautentzündungen einsetzen. Ins Rheinland zurückgekehrt begann er zunächst noch unbezahlt seine ärztliche Tätigkeit an der Medizinischen Akademie Düsseldorf. – Seinen Lebensunterhalt bestritt er als Vertragsspieler für Fortuna Düsseldorf in der Oberliga West. Später, von 1952 bis 1956, war er Mannschaftsarzt der Fortuna, 1961/62 deren Präsident. Ein Schatten fiel nach 50 Jahren auf seine Tätigkeit als Teamarzt bei der Fußball-WM 1954. Die bei vielen deutschen Spielern nach der WM aufgetretene Hepatitiserkrankung ließ einen Dopingverdacht aufkommen. Nach Loogens Aussagen spritzte er den Spielern lediglich Vitamin C, offenbar mit einer unzureichend sterilisierten Spritze. – 1948/49 führte Loogen mit Otto Bayer erste Untersuchungen mit Herzkatheter durch. Das gemeinsam mit Bayer und Hans Helmut Wolter 1954 verfasste Buch „Der Herzkatheterismus bei angeborenen und erworbenen Herzfehlern“ wurde zur Bibel der invasiv arbeitenden Kardiologen. Unter Franz Grosse-Brockhoff habilitierte er sich 1957 mit einer Arbeit über Bluthochdruck bei Herzfehlern. Seit 1963 außerplanmäßiger Professor besetzte er 1965 als außerordentlicher, ab 1967 als ordentlicher Professor den neu geschaffenen kardiologischen Lehrstuhl, den ersten in Deutschland. Verbunden war damit seit 1966 die Leitung der Abteilung für Kardiologie an der Ersten Medizinischen Klinik. 1976 wurde er Ärztlicher Direktor an der mittlerweile zur Universität erhobenen ehemaligen Akademie Düsseldorf. – 17 Jahre lang war Loogen Vorsitzender des DFG-Sonderforschungsbereichs „Kardiologie“. Er übernahm die Herausgeberschaft der „Zeitschrift für Kreislaufforschung“ und des „Archivs für Kreislaufforschung“. Von 1980 bis 1984 war er Vorsitzender der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie, deren Kongress er 1984 in Düsseldorf vorstand. Nach seiner ungern hingenommenen Emeritierung 1986 arbeitete er noch bis 1997 im Herzkatheterbereich des Essener St. Vincenzhospitals. Hochgeehrt starb Franz Loogen am 3. September 2010, ein Jahr nach seiner Frau. Das Paar hatte eine Tochter.


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