Ehrenmitglieder der DGIM

In der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. haben Ehrenmitgliedschaften eine lange Tradition. Im Laufe ihres über 130-jährigen Bestehens hat die Fachgesellschaft den Titel "Ehrenmitglied" bereits über 200-mal an ausgewählte Persönlichkeiten verliehen, erstmals im Jahr 1891.

Eine Ehrenmitgliedschaft in der DGIM zeichnet Menschen aus, die sich durch ihre Arbeit und ihren Einsatz für die Interessen der Inneren Medizin und der DGIM - mitunter auch über das eigene Berufsfeld hinaus - in außergewöhnlichem Maße verdient gemacht haben. Die Ehrenmitgliedschaft bedeutet eine bleibende, ideelle Würdigung der geehrten Persönlichkeiten.

Ehrenmitglieder werden auf Vorschlag des Ausschusses und des Vorstands der DGIM von der Mitgliederversammlung der DGIM gewählt. Die Wahl erfordert eine Zweidrittelmehrheit.

Ehrenmitglieder 2017

Verleihung auf dem DGIM-Kongress 2018

Anne-Katrin Döbler

In Würzburg geboren, machte Anne-Katrin Döbler nach ihrem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Verlagskauffrau. Direkt im Anschluss daran fing sie an, sich im Bereich der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Public Affairs zu spezialisieren und bekam die Aufgabe innerhalb der Thieme Gruppe die Medienarbeit für den dazugehörigen Ratgeberverlag TRIAS aufzubauen. Berufsbegleitend studierte sie an der Fernuniversität Hagen Literaturwissenschaften, Geschichte und Psychologie, was sie beendete, als sie die Leitung des Bereichs Kommunikation für die gesamte Thieme Gruppe übernahm – einen der großen Anbieter medizinischer Gesundheitsinformationen und -dienstleistungen in Deutschland. 2001 begann sie, ein Agenturgeschäft für medizinische Fachgesellschaften und Organisationen im Gesundheitswesen aufzubauen.

Seit 2003 betreut sie in dieser Funktion gemeinsam mit ihrem Team die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit für die DGIM – von der Pressearbeit für den jährlichen Internistenkongress, über die kontinuierliche Medienarbeit bis hin zu Broschüren und Flyern. Auch richtungsweisende DGIM-Projekte wie „Klug entscheiden“ oder den „Klinik Codex“ hat Anne-Katrin Döbler kommunikativ mitbegleitet und damit deren Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit erhöht. Anne-Katrin Döbler engagiert sich für die Weiterentwicklung des Wissenschaftsjournalismus sowie der Public Relations (PR) – auch und gerade in Zeiten der Digitalisierung.

Für ihre Internet-Aktivitäten wurde sie mit ihrem Team im Jahr 2014 mit dem Deutschen Preis für Onlinekommunikation ausgezeichnet. Als Mitglied der Kommission Kommunikation der Deutschen Fachpresse und Mentorin der Deutschen Public Relations Gesellschaft für Nachwuchskräfte in der PR setzt sie sich dafür ein, dass die Rahmenbedingungen der Profession in einer sich veränderten Welt ethischen und qualitativ hochwertigen Maßstäben entsprechen. Regelmäßig bildet sie selbst mit ihrem Team junge Wissenschaftsjournalisten und PR-Experten aus. Im Rahmen der von ihr aufgebauten und geleiteten PR-Agentur betreuen sie und ihr Team heute zahlreiche medizinische Fachgesellschaften auch aus dem Bereich der Inneren Medizin und stärken damit die Bedeutung des Fachgebiets in all seinen Facetten. Heute wird Anne-Katrin Döbler dafür mit der Ehrenmitgliedschaft der DGIM ausgezeichnet.

Professor Dr. med. Alfred Gangl

Alfred Gangl wurde 1941 in Lasberg, Österreich geboren. Er studierte Humanmedizin in Wien und
promovierte 1966 in diesem Fach. Anschließend trat er als Assistenzarzt in die 2. Medizinische Universitätsklinik Wien ein. Hier war er zunächst in der Herz-Ambulanz tätig und am Aufbau der Coronary Care Unit in der Klinik Kaindl beteiligt. Nach seiner Anerkennung zum Facharzt für Innere Medizin 1972 arbeitete Gangl zwei Jahre als Research Fellow an der University of California in San Francisco, USA. Während dieser Zeit forschte er zum Thema Lipid- und Lipoproteinstoffwechsel.

1976 kehrte er nach Wien zurück und erhielt dort die Lehrerlaubnis als Dozent für Innere Medizin. 1979 wurde er stellvertretender Leiter der 1. Universitätsklinik für Gastroenterologie am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien (AHK). Zwei Jahre später wurde er zum Außerordentlichen Universitätsprofessor bestellt. 1982 besetzte er den Vorstandsposten der 1. Universitätsklinik für Gastroenterologie und Hepatologie am AKH Wien, den er bis zu seiner Emeritierung 2009 innehatte. Während seiner Vorstandszeit besetzte Gangl ein Ordinariat sowie mehr als 14 Primariate.

Darüber hinaus war er jeweils zweimal Präsident und Kongresspräsident der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM). Alfred Gangl war Wegbereiter für den Zusammenschluss der Gastroenterologischen Kliniken zu einer gemeinsamen Abteilung im Rahmen der Übersiedelung ins neue AKH im Jahre 1991. Als Vorsitzender der Baukommission und späterer Vizedekan der Medizinischen Fakultät war er maßgeblich an der Entwicklung der medizinischen Fakultät hin zu einer modernen Forschungsorganisation beteiligt. Ein besonderes Anliegen waren ihm stets die Forschungsarbeiten und die Lehre. In diesem Jahr zeichnet die DGIM Alfred Gangl für seine Verdienste für die Innere Medizin mit der Ehrenmitgliedschaft aus.

Professor Dr. med. Dieter Klaus

1927 wurde Dieter Klaus in Dresden geboren. Er studierte Medizin an der Universität Jena, promovierte 1951 in diesem Fach und erhielt seine Approbation. Bis 1961 war er zunächst als Assistenzarzt in Berlin tätig und wechselte in dieser Position nach Tübingen, wo er seinen Facharzt für Innere Medizin machte. Im Anschluss war er dort als Oberarzt tätig, habilitierte 1963 und wurde Dozent an der UniversitätTübingen. 1971 erhielt Dieter Klaus seinen Facharzt für Kardiologie, wurde zum außerplanmäßigenProfessor ernannt, und folgte dem Ruf als Direktor der Medizinischen Universitätspoliklinik Marburg. Dort besetzte er einen Lehrstuhl für Innere Medizin. 1976 gab er die Position aus Protest gegen die damalige Hochschulpolitik in Marburg auf und wechselte nach Dortmund als Direktor der Medizinischen Klinik Mitte, Abteilung Kardiologie und Nephrologie der Städtischen Kliniken.

Zu dieser Zeit erhielt er zudem eine außerplanmäßige Professur an der Universität Münster. Dieter Klaus erhielt diverse Auszeichnungen von wissenschaftlichen Fachgesellschaften sowie das Bundesverdienstkreuz am Bande 1989. Von 1984 bis 1991 war Dieter Klaus Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga und seit 1987 deren Vorsitzender. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte lagen in der Hypertonieforschung und seltenen Erkrankungen.Ein großes Anliegen war ihm stets eine gute Patientenaufklärung. So gründete er 1984 die Arzt-Patient-Seminare der Deutschen Hochdruckliga und etablierte diverse Selbsthilfegruppen.

Darüber hinaus leitete Dieter Klaus die Poliklinischen Abende in Marburg sowie die Kardiologischen Seminare in Dortmund, um den ärztlichen Austausch zu fördern. Er rief etliche Stiftungen ins Leben, beispielsweise zur Hochdruckforschung oder für die DGIM die Stiftung des Preises „Prävention in der inneren Medizin“. In diesem Jahr zeichnet die DGIM Dieter Klaus mit der Ehrenmitgliedschaft aus.

Ehrenmitglieder 2016

Verleihung auf dem DGIM-Kongress 2017

Prof. Dr. med. Edouard Battegay 

Seit 2007 ist Edouard Battegay Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin am Universitätsspital Zürich. Zudem ist er Weiterbildungsverantwortlicher für Innere Medizin und Leiter der Forschungsabteilung der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin. Die klinischen und wissenschaftlichen Interessen von Battegay richten sich auf Multimorbidität, Differentialdiagnostik, Hypertonie, Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen und Angiogenese. Neben seiner Arbeit am Klinikum ist er als ordentlicher Professor für Innere Medizin an der Universität Zürich tätig. Dort ist er Gründer und Präsident des Leitungsausschusses des Kompetenzzentrums Multimorbidität, Vizedirektor des universitären Forschungsschwerpunktes „Dynamics of Healthy Aging“ und Mitglied der akademischen Leitung des Zentrums für Gerontologie. Darüber hinaus ist Battegay Mitglied verschiedener Gremien, die sich mit HerzKreislauf-Prävention beschäftigen.

Battegay studierte Medizin an der Universität Basel und verbrachte sein Wahlstudienjahr unter anderem am Montreal General Hospital und am Centre Hopitalier Universitaire Vaudois in Lausanne. Seine klinische und wissenschaftliche Weiterbildung verbrachte er in Rheinfelden, Basel und Seattle (USA). Er ist Autor vieler wissenschaftlicher Artikel und Monographien, geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift „Praxis“ sowie verschiedener Bücher, unter anderem des Standardwerkes „Siegenthalers Differenzialdiagnose: Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose“. Battegay ist als Delegierter der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) im Ausschuss der DGIM. Er ist Gründer und Präsident der Zurich Academy of Internal Medicine, die die Allgemeine Innere Medizin und Karriere von Internisten fördert. In diesem Jahr zeichnet die DGIM Edouard Battegay mit der Ehrenmitgliedschaft aus. 

Ehrenmitglieder 2015

Verleihung auf dem DGIM-Kongress 2016

Prof. Dr. med. Hansjörg Just

Professor Hanjörg Just leitete von 1979 bis 1999 als Lehrstuhlinhaber und Ärztlicher Direktor die Abteilung Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie mit internistischer Intensivmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Er war Prodekan und Dekan der Medizinischen Fakultät und Prorektor der Albert-Ludwigs-Universität.

Geboren in Stapelburg am Harz absolvierte Just seine Ausbildung zum Mediziner an den Universitäten Göttingen, Köln, Bern und Freiburg. Seine Facharztausbildung für Innere Medizin und Kardiologie erhielt er an der Georgetown University Washington, USA, dem National Institute of Health in Bethesda, USA, sowie am Universitätsklinikum Mainz. 1972 erfolgte die Habilitation für Innere Medizin unter Professor Paul Schölmerich. Seine Forschungsschwerpunkte lagen unter anderem in der klinischen Kardiologie, der Entwicklung von Herzkathetertechniken, der Bildverarbeitung sowie der myokardialen Funktion und Energetik.

Just wirkte außerdem als Vorsitzender der Ethik-Kommission der Universität Freiburg. Auf seine Initiative hin entstand das Zentrum für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Freiburg. Auch die Gründung des Herz-Kreislauf-Zentrums sowie des Zentrums für Geriatrie und Gerontologie an der Universitätsklinik Freiburg sind auf sein Engagement zurückzuführen. Neben anderen nationalen und internationalen Auszeichnungen trägt er das Verdienstkreuz der 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Jahr zeichnet die DGIM Hanjörg Just mit einer Ehrenmitgliedschaft aus. 

Prof. Dr. med. Tilmann Sauerbruch

Professor Sauerbruch war von 1992 bis 2012 Professor für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Allgemeine Innere Medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Von 2012 bis 2014 war er Professor für Innere Medizin und kommissarischer Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Endokrinologie der Universitätsmedizin Göttingen.

Professor Sauerbruch wurde in Lauingen an der Donau geboren. Nach seinem Studium der Medizin in Würzburg, Hamburg und Heidelberg wurde er 1971 an der Universität Heidelberg promoviert. Anschlie- ßend folgte die Weiterbildung zum Internisten und Gastroenterologen, die er 1979 abschloss. Im Jahr 1982 erfolgte die Habilitation an der LudwigMaximilians-Universität München. Er hatte verschiedene Professuren an der LMU München und ab 1992 an der Rheinischen Friedrich-WilhelmsUniversität in Bonn. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen unter anderem im Bereich Pathogenese und Behandlung der portalen Hypertension von Gallenwegserkrankungen und der Leberzirrhose.

Professor Sauerbrauch ist Träger verschiedener Preise und Auszeichnungen. Unter anderem erhielt er den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft, 1992 den Lucie-Bolte-Preis der Lucie-Bolte-Stiftung, 2014 die LudwigHeilmeyer-Medallie in Gold sowie den Recognition Award der European Association for the Study of the Liver. Die DGIM zeichnet Tilman Sauerbruch heute mit einer Ehrenmitgliedschaft aus.

Prof. Dr. med. Jürgen Schölmerich

Seit 2010 ist Professor Schölmerich ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt am Main. Zuvor war er Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin und Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Regensburg.

Nach Studium in Heidelberg und Freiburg war er dort als Assistenzarzt an der Medizinischen Universitätsklinik tätig, wo er sich im Jahre 1984 habilitierte. Es folgten mehrere Forschungsaufenthalte an der University of California in San Diego, USA. Von 1987 bis 1991 war er Universitätsprofessor und Oberarzt in Freiburg, 1991 folgte er dem Ruf nach Regensburg. Nach einer Gastprofessur in San Diego leitete Jürgen Schölmerich das Klinikum der Universität Regensburg als Ärztlicher Direktor. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte reichen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, der Bakterien-Epithelinteraktion im Intestinum über Leberzirrhose und ihre Komplikationen bis hin zum Gallensäurenstoffwechsel.

Professor Schölmerich erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen und engagierte sich in zahlreichen Gremien. Von 2005 bis 2011 war er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im Jahr 2009/2010 hatte Professor Schölmerich den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin inne und gestaltete den Jahreskongress. Seit 2006 ist er im wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer engagiert und er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Professor Schölmerich erhält heute die Ehrenmitgliedschaft der DGIM.

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