Geschichte

Am 20. April 1882 zählt der "1. Congress für innere Medicin" 187 Teilnehmer. Erster Vorsitzender und Präsident ist der "Wirkliche Geheime Obermedizinalrat" Professor Theodor von Frerichs, Ordinarius für Innere Medizin an der Charité in Berlin. Ihm und weiteren Gründervätern der DGIM, den Professoren Carl Gerhardt, Ernst Viktor von Leyden, Adolf Kußmaul und Eugen Seitz, erscheint die Kurstadt Wiesbaden als geeigneter Standort in der Mitte Deutschlands.

 

 

Nachgestellte Rede Friedrich Theodor von Frerichs zur Gründung 1882

Zu den ersten Zielen des Kongresses gehört schon damals die Förderung der wissenschaftlichen Interessen der Inneren Medizin. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstehen ihre Vertreter die Medizin zunehmend als Kunst, die auf den Entdeckungen der Naturwissenschaften beruht. Anamnese, Diagnose und Patientenbeobachtung bilden dabei die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung. Im Jahr 1920 nennt der Vorstand den Congress in "Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin" um. Vor und während des 2. Weltkrieges prägen Themen der Zeit auch Themen der Inneren Medizin und damit die DGIM:

Es geht um Wehrtauglichkeit, biologische Infektionsabwehr und "Resistenz als Ausdruck der rassegebundenen Widerstandsfähigkeit". Diesen dunklen Kapiteln folgt 1948 ein Internistenkongress, dessen Vorsitzender Professor Paul Martini in seiner Rede eine klare Position zur Schuldfrage der Deutschen Ärzteschaft einnimmt. In Gedenken an ihren ersten Vorsitzenden schafft die DGIM 1958 den Theodor-Frerichs-Preis. Ein Jahr später gründet sie den Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).

Zur selben Zeit findet der letzte gemeinsame Internistenkongress beider deutscher Staaten statt. Drei Jahre später formiert sich in der DDR die "Deutsche Gesellschaft für Klinische Medizin" als Gegengewicht zur DGIM. Der erste gesamtdeutsche Internistenkongress nach der Wiedervereinigung tagt 1990. Mit den 1980er-Jahren vollzieht sich in der DGIM unter den Generalsekretären Professor Hanns-Gotthard Lasch, Gießen, und später Professor Hans-Peter Schuster, Hildesheim, eine Modernisierung: Sie führt zu einer Verjüngung in der DGIM, die bis heute andauert. Die DGIM steht damit gleichermaßen für Zukunft und Aufbruch, Tradition und Kontinuität. Seit ihrer Gründung vertritt sie die Belange aller Internistinnen und Internisten.