Ehrenmitglieder der DGIM

In der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. haben Ehrenmitgliedschaften eine lange Tradition. Im Laufe ihres über 130-jährigen Bestehens hat die Fachgesellschaft den Titel "Ehrenmitglied" bereits über 200-mal an ausgewählte Persönlichkeiten verliehen, erstmals im Jahr 1891.

Eine Ehrenmitgliedschaft in der DGIM zeichnet Menschen aus, die sich durch ihre Arbeit und ihren Einsatz für die Interessen der Inneren Medizin und der DGIM - mitunter auch über das eigene Berufsfeld hinaus - in außergewöhnlichem Maße verdient gemacht haben. Die Ehrenmitgliedschaft bedeutet eine bleibende, ideelle Würdigung der geehrten Persönlichkeiten.

Ehrenmitglieder werden auf Vorschlag des Ausschusses und des Vorstands der DGIM von der Mitgliederversammlung der DGIM gewählt. Die Wahl erfordert eine Zweidrittelmehrheit.

Ehrenmitglieder 2015

Verleihung auf dem DGIM-Kongress 2016

Prof. Dr. med. Hansjörg Just

Professor Hanjörg Just leitete von 1979 bis 1999 als Lehrstuhlinhaber und Ärztlicher Direktor die Abteilung Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie mit internistischer Intensivmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Er war Prodekan und Dekan der Medizinischen Fakultät und Prorektor der Albert-Ludwigs-Universität.

Geboren in Stapelburg am Harz absolvierte Just seine Ausbildung zum Mediziner an den Universitäten Göttingen, Köln, Bern und Freiburg. Seine Facharztausbildung für Innere Medizin und Kardiologie erhielt er an der Georgetown University Washington, USA, dem National Institute of Health in Bethesda, USA, sowie am Universitätsklinikum Mainz. 1972 erfolgte die Habilitation für Innere Medizin unter Professor Paul Schölmerich. Seine Forschungsschwerpunkte lagen unter anderem in der klinischen Kardiologie, der Entwicklung von Herzkathetertechniken, der Bildverarbeitung sowie der myokardialen Funktion und Energetik.

Just wirkte außerdem als Vorsitzender der Ethik-Kommission der Universität Freiburg. Auf seine Initiative hin entstand das Zentrum für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Freiburg. Auch die Gründung des Herz-Kreislauf-Zentrums sowie des Zentrums für Geriatrie und Gerontologie an der Universitätsklinik Freiburg sind auf sein Engagement zurückzuführen. Neben anderen nationalen und internationalen Auszeichnungen trägt er das Verdienstkreuz der 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Jahr zeichnet die DGIM Hanjörg Just mit einer Ehrenmitgliedschaft aus. 

Prof. Dr. med. Tilmann Sauerbruch

Professor Sauerbruch war von 1992 bis 2012 Professor für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Allgemeine Innere Medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Von 2012 bis 2014 war er Professor für Innere Medizin und kommissarischer Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Endokrinologie der Universitätsmedizin Göttingen.

Professor Sauerbruch wurde in Lauingen an der Donau geboren. Nach seinem Studium der Medizin in Würzburg, Hamburg und Heidelberg wurde er 1971 an der Universität Heidelberg promoviert. Anschlie- ßend folgte die Weiterbildung zum Internisten und Gastroenterologen, die er 1979 abschloss. Im Jahr 1982 erfolgte die Habilitation an der LudwigMaximilians-Universität München. Er hatte verschiedene Professuren an der LMU München und ab 1992 an der Rheinischen Friedrich-WilhelmsUniversität in Bonn. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen unter anderem im Bereich Pathogenese und Behandlung der portalen Hypertension von Gallenwegserkrankungen und der Leberzirrhose.

Professor Sauerbrauch ist Träger verschiedener Preise und Auszeichnungen. Unter anderem erhielt er den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft, 1992 den Lucie-Bolte-Preis der Lucie-Bolte-Stiftung, 2014 die LudwigHeilmeyer-Medallie in Gold sowie den Recognition Award der European Association for the Study of the Liver. Die DGIM zeichnet Tilman Sauerbruch heute mit einer Ehrenmitgliedschaft aus.

Prof. Dr. med. Jürgen Schölmerich

Seit 2010 ist Professor Schölmerich ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt am Main. Zuvor war er Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin und Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Regensburg.

Nach Studium in Heidelberg und Freiburg war er dort als Assistenzarzt an der Medizinischen Universitätsklinik tätig, wo er sich im Jahre 1984 habilitierte. Es folgten mehrere Forschungsaufenthalte an der University of California in San Diego, USA. Von 1987 bis 1991 war er Universitätsprofessor und Oberarzt in Freiburg, 1991 folgte er dem Ruf nach Regensburg. Nach einer Gastprofessur in San Diego leitete Jürgen Schölmerich das Klinikum der Universität Regensburg als Ärztlicher Direktor. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte reichen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, der Bakterien-Epithelinteraktion im Intestinum über Leberzirrhose und ihre Komplikationen bis hin zum Gallensäurenstoffwechsel.

Professor Schölmerich erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen und engagierte sich in zahlreichen Gremien. Von 2005 bis 2011 war er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im Jahr 2009/2010 hatte Professor Schölmerich den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin inne und gestaltete den Jahreskongress. Seit 2006 ist er im wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer engagiert und er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Professor Schölmerich erhält heute die Ehrenmitgliedschaft der DGIM.