Arbeitsgruppe IQWiG, G-BA

Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es, relevante Themen im Bereich der Gesundheitsadministration und Gesundheitspolitik in Zusammenarbeit mit den Schwerpunkten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) zu kommentieren und zu koordinieren. Ganz im Vordergrund stand während der vergangenen drei Jahre die Corona-Pandemie. Daneben waren laufende Themen, wie Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG), die Bewertung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die Qualitätssicherung, Fragen zur allgemeinen Gesundheitsuntersuchung und Screening oder Gesundheitsinformationen für Patienten unverändert aktuell. Auf den relevanten Symposien wurde die DGIM durch Mitglieder der AG vertreten.

Corona-Pandemie
Hier kommentierte die Arbeitsgruppe die initiale Diskussion zur Priorisierung der Impfung nach Zulassung erster Impfstoffe, verschiedenen Referentenentwürfen des BMGs (Impfung und Testung) sowie Sonderregelungen des G-BA im Rahmen der Pandemie. Im Rahmen der Beratung der STIKO des RKI war es ein wichtiger Erfolg der Stellungnahmen, dass die vorrangige Impfung internistisch chronisch Kranker mit hohem Risiko erreicht werden konnte, nachdem zunächst nur die Impfung sehr alter Menschen und des medizinischen Personals priorisiert wurde.

Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG)
In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Schwerpunkten, die hier häufig federführend sind, kommentiert die Arbeitsgruppe die Bewertungen des Dossiers der jeweiligen pharmazeutischen Unternehmer durch das IQWiG und benennt Vertreter für das Anhörungsverfahren im G-BA. Wichtige Neuerungen sind hier die Einbindung der wissenschaftlichen Fachgesellschaften in die Definition der zweckmäßigen Vergleichstherapie (hier konnte auch eine Vergütungsregelung durch die AWMF in Zusammenarbeit mit der DGHO erreicht werden). Eine Neuregelung für die Behandlung von Orphan-Drugs im Rahmen des AMNOG steht an.

Bewertung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden von Medizinprodukten
Der Einsatz nicht medikamentöser neuer Therapieverfahren (Stichwort neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden - NUB) unterliegt jetzt auch der Regelung durch das SGB V. Hier kommentieren die Schwerpunkte in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe die Wertung neuer invasiver Verfahren bzw. ihres Potenzials (IQWiG und G-BA).

Methodenreports
Sowohl das IQWiG als auch seit neuerem das IQTIG legen regelmäßig die Beschreibung der Systematik ihrer Bewertungsmethoden öffentlich zum Kommentar vor. Hier beteiligt sich die Arbeitsgruppe schriftlich und mündlich. Kontrovers diskutiert wurde in diesem Rahmen die Frage der Messung der Lebensqualität bei der vergleichenden Evaluation neuer und alter Behandlungsverfahren.

Allgemeine Gesundheitsuntersuchungen und Screening
Die neuen Bestimmungen für allgemeine Gesundheitsuntersuchung (Stichwort Checkup 35) liegen nun vor. Durch Einbringung der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und der DGIM konnte das Recht auf ein einmaliges Screening auf Hepatitis B und Hepatitis C ab 35 Jahren durchgesetzt werden. Auch an der Kommentierung der Texte zum Einladungsverfahren des Screenings fürs kolorektale Karzinom beteiligte sich die Arbeitsgruppe.

Gesundheitsinformationen
Für die wichtigsten Erkrankungen in Deutschland hat das IQWiG seit längerem ein Portal zur Information von Betroffenen eingerichtet (gesundheitsinformation.de). Diese Texte sind auch wesentliche Grundlage für die Inhalte der Website gesund.bund.de.  Die Patienteninformationen sind sorgfältig und gut recherchiert. Hier hat die DGIM zusammen mit den Schwerpunktgesellschaften eine Kooperation mit dem IQWiG beschlossen. Gesundheitsinformationen und ihre Neuauflagen werden regelmäßig kommentiert. Jüngstes Beispiel ist die Informationen zum Rauchen.

Qualitätssicherung
Die Qualitätssicherung im Gesundheitssystem (Krankenhaussektor) spiegelt sich im Qualitätsreport. Für die Datenerfassungen definierter Parameter ist das IQTIG zuständig. Der Qualitätsreport für die Jahre 2021 und 2022 wurde angesichts der Corona-Pandemie ausgesetzt. Die Definition planungsrelevanter Qualitätsindikatoren und von Mindestmengen bei invasiven Eingriffen ist im Fluss. Hier bringt sich die DGIM in die Diskussion ein.

Symposien
Auf den jeweiligen Symposien zu gesundheitsrelevanten Fragen waren Vertreter der Arbeitsgruppen bzw. der DGIM anwesend, um hier mit zu diskutieren. Das Herbstsymposium des IQWiG  2021 beschäftigte sich mit Fragen der Kosten/Nutzenbewertung und Kommerzialisierung im Gesundheitswesen.

Zukunft
In einer Pressemitteilung vom 23. Februar 2022 betont der Leiter des G-BA, Josef Hecken, dass die Bewertungen von neuen Verfahren und Medikamenten einer strengen Prüfung von Qualität, Innovation, Auswirkung auf Lebensqualität (neu) und zunehmend auch der Wirtschaftlichkeit (Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems) unterliegen. Auch drängt der G-BA auf eine bessere Regulierung und Unterstützung von Erprobungsstudien für neue Behandlungsverfahren. Darüber hinaus wird zunehmend die Frage der Qualitätssicherung fokussiert. Hier wird es Aufgabe der Schwerpunkte der Inneren Medizin sein, weiterhin und zunehmend - neben der Evidenz - Analysen zur Lebensqualität, Grad der Innovation und Wirtschaftlichkeit mit in die Betrachtung bei der Formulierung von Leitlinien einzubeziehen.

G-BA = Gemeinsamer Bundesausschuss; IQWiG = Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen; IQTIG = Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen; BMG = Bundesministerium für Gesundheit

Vorsitzender

  • Prof. Dr. med. Tilman Sauerbruch, Bonn, Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V.
  • Prof. Dr. med. D. Alscher, Stuttgart, Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.
  • Prof. Dr. med. J. Beyer-Westendorf, Dresden, Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.
  • Prof. Dr. med. G. Ertl, Würzburg, Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V.
  • PD Dr. med. J. Feldkamp, Bielefeld, Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V.
  • Prof. Dr. med. J. Galle, Lüdenscheid, Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.
  • Prof. Dr. med. H. J. Heppner, Schwelm, Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V.
  • Dr. med. E. Hintz, Winnenden, Hausärztliche Internisten
  • Prof. Dr. med. S. Kluge, Hamburg, Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin e.V.
  • Prof. Dr. med. A. Kribben, Essen, Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.
  • PD Dr. med. P. Lynen-Jansen, Berlin, Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V.
  • Prof. Dr. med. D. Müller-Wieland, Aachen, Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V.
  • Prof. Dr. med. B. Nowak, Frankfurt a. M., Deutsche Gesellschaft für Kardiologie e.V.
  • Prof. Dr. med. M. Pfeifer, Regensburg, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.
  • Prof. Dr. med. B. Siegmund, Berlin, Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V.
  • S. Vité, Berlin, Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V.
  • A. Voormann, Berlin, Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
  • Prof. Dr. med. O. Witzke, Essen, Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V.
  • Prof. Dr. med. B. Wörmann, Berlin, Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie e.V.
  • Prof. Dr. med. H. Worth, Fürth, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.

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