DGIM öffnet Fortbildungsangebote für Ärztinnen und Ärzte im Anerkennungsverfahren
Wiesbaden, 18. August 2026 – Mehr als ein Viertel der in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte ist zugewandert. Gleichzeitig müssen viele Medizinerinnen und Mediziner, die im Ausland ausgebildet wurden, ein oft langwieriges Anerkennungsverfahren durchlaufen, bevor sie hier ärztlich tätig werden dürfen. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) möchte diese Zeit künftig nutzen: Medizinerinnen und Mediziner, die perspektivisch internistisch tätig werden wollen, sollen bereits während des Anerkennungsverfahrens Zugang zu ausgewählten Fortbildungsangeboten der Fachgesellschaft erhalten.
Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland leisten heute einen wesentlichen Beitrag zur medizinischen Versorgung in Deutschland. Nach aktuellen Auswertungen des Deutschen Ärzteblatts sind 26 Prozent der Ärzteschaft zugewandert, viele von ihnen inzwischen eingebürgert. Von den rund 446.000 berufstätigen Ärztinnen und Ärzten haben 71.480 keinen deutschen Pass (1,2).
Fachliche Anbindung schon während des Anerkennungsverfahrens
Vor allem aus Nicht-EU-Staaten wandern viele Ärztinnen und Ärzte nach Deutschland ein. Gerade für sie ist der Weg in die ärztliche Tätigkeit häufig mit einem aufwendigen Anerkennungsverfahren verbunden. Dabei müssen neben Sprachkenntnissen auch die Gleichwertigkeit des Studienabschlusses nachgewiesen und gegebenenfalls eine Kenntnisprüfung abgelegt werden. Im Gegensatz zu Abschlüssen aus der EU, dem Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz kann dies bei Abschlüssen aus Drittstaaten viele Monate dauern. „Für diese Ärztinnen und Ärzte vergeht zwischen ihrer Ankunft in Deutschland und dem Berufseinstieg wertvolle Zeit“, sagt Ourania Menelaou, Geschäftsführerin der DGIM. „Diese Phase sollte nicht zu einer fachlichen Warteschleife werden. Daher schaffen wir ein neues Angebot für Ärztinnen und Ärzte, die sich noch im Ausland befinden und eine Zuwanderung nach Deutschland planen oder bereits das Anerkennungsverfahren durchlaufen. Wer anschließend hierzulande internistisch arbeiten möchte, soll so frühzeitig beim fachlichen Einstieg unterstützt werden.“
Die DGIM öffnet ausgewählte Fortbildungsangebote für Ärztinnen und Ärzte aus dem Bereich der Inneren Medizin und stellt ihnen dafür einen kostenfreien Gastzugang zur Verfügung. Dieser umfasst das gesamte Angebot der DGIM e.Akademie mit dem Facharzttraining Innere Medizin, Diagnostikkursen und Webinaren. Darüber hinaus ermöglicht der Gastzugang die digitale oder persönliche Teilnahme am Internistenkongress sowie den elektronischen Zugang zur Fachzeitschrift Die Innere Medizin. „So wollen wir als Fachgesellschaft insbesondere während des behördlichen Anerkennungsverfahrens sowohl die Fortbildung in der Inneren Medizin als auch den Kontakt zur internistischen Fachwelt ermöglichen", so Menelaou. Das unterstützt auch die DGIM Vorsitzende Prof. Dr. med. Ursula Müller-Werdan: „Die Unterstützung der ärztlichen Fort- und Weiterbildung in der Inneren Medizin gehört zu den wesentlichen Anliegen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Dazu setzen wir auf didaktisch aufbereitete Formate, die den aktuellen Kenntnisstand ärztlichen Handelns auf Grundlage wissenschaftlicher Evidenz konzise vermitteln."
Fortbildung als Beitrag zur gelungenen Integration
„Ausländische Ärztinnen und Ärzte sind für die medizinische Versorgung in Deutschland unverzichtbar“, sagt Professor Dr. med. Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM. „Entscheidend ist, dass ihre bereits vorhandenen Kompetenzen möglichst früh für die Versorgung von Patientinnen und Patienten genutzt werden können – bei unverändert hohen Anforderungen an Qualifikation und Sprachkenntnisse.“
Die DGIM möchte das Angebot praxisnah weiterentwickeln und sucht dafür den Austausch mit Ärztinnen und Ärzten, die das Anerkennungsverfahren bereits durchlaufen haben oder sich aktuell darin befinden. Interessierte können sich bei der DGIM melden: infodgim.de.
Quellen:
(1) https://api.aerzteblatt.de/pdf/123/15/a920.pdf, Zugriff 13.08.2026
(2) https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Ueber_uns/Statistik/AErztestatistik_2025.pdf, Zugriff: 13.08.2026.
Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.