Historie
Am 20. April 1882 findet der erste Internistenkongress als "1. Congress für innere Medicin" mit 188 Teilnehmern statt. Vorsitzender und Präsident ist Professor Friedrich Theodor von Frerichs, ein international hochgeachteter Kliniker an der Charité in Berlin. Ihm und weiteren Gründervätern der DGIM, den Professoren Carl Gerhardt, Ernst Viktor von Leyden, Adolf Kussmaul und Eugen Seitz, erscheint die Kurstadt Wiesbaden als geeigneter Standort in der Mitte Deutschlands.
Zu den ersten Zielen des Kongresses gehört schon damals die Förderung der wissenschaftlichen und praktischen Interessen der Inneren Medizin. Die Hauptthemen der ersten Kongresse waren Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und Diphtherie an denen im 19. Jahrhundert Hunderttausende von Menschen starben, aber auch Bronchialasthma und Fettleibigkeit. 1890 zählte der Kongress bereits 379 Teilnehmer, die Gesellschaft selbst bestand zu diesem Zeitpunkt aus 273 Mitgliedern.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstehen ihre Vertreter die Medizin zunehmend als Kunst, die auf den Entdeckungen der Naturwissenschaften beruht. Die Fortschritte in verwandten Wissenschaften, wie der Physiologie, der physiologischen Chemie und der Neurologie erfordern ein Umdenken in der Inneren Medizin. Anamnese, Diagnose und Patientenbeobachtung gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Nachdem aufgrund des 1. Weltkrieges 6 Jahre lang kein Kongress stattgefunden hatte, wurde die Gesellschaft während Ihrer 32. Tagung im Jahr 1920 in "Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin" umbenannt.
Vor und während des 2. Weltkrieges prägen Themen der Zeit auch die Themen der Inneren Medizin und damit die DGIM: Es geht um Wehrtauglichkeit, biologische Infektionsabwehr und "Resistenz als Ausdruck der rassegebundenen Widerstandsfähigkeit". Bis auf Herbert Assmann lehnten die Vorsitzenden der DGIM den Nationalsozialismus nicht ab und gehörten alle bis 1945 der NSDAP an. Mittelbar waren einige von ihnen an NS-Medizinverbrechen beteiligt, wie zum Beispiel an der Zwangssterilisierung mit Röntgenstrahlung und den Meerwassertrinkversuchen im KZ Dachau.
Diesen dunklen Kapiteln folgt 1948 ein Internistenkongress, dessen Vorsitzender Professor Paul Martini in seiner Rede eine klare Position zur Schuldfrage der Deutschen Ärzteschaft einnimmt. Er fordert außerdem ein Umdenken bei der Ausbildung in der Inneren Medizin, die sich auf logische und erkenntnistheoretische Fähigkeiten während des Studiums konzentrieren soll.
In Gedenken an ihren ersten Vorsitzenden schafft die DGIM 1958 den Theodor-Frerichs-Preis.
Um die Aufgaben der DGIM – „Förderung der Volksgesundheit und der Wissenschaft“ - um eine Anlaufstelle für sozial- und berufspolitische Fragen zu ergänzen gründet sie ein Jahr später den Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).
Zur selben Zeit findet der letzte gemeinsame Internistenkongress beider deutscher Staaten statt. Drei Jahre später formiert sich in der DDR die "Deutsche Gesellschaft für Klinische Medizin" als Gegengewicht zur DGIM. Der erste gesamtdeutsche Internistenkongress nach der Wiedervereinigung tagt 1990. Mit den 1980er-Jahren vollzieht sich in der DGIM unter den Generalsekretären Professor Hanns-Gotthard Lasch, Gießen, und später Professor Hans-Peter Schuster, Hildesheim, eine Modernisierung: Sie führt zu einer Verjüngung in der DGIM, die bis heute andauert. Die DGIM steht damit gleichermaßen für Zukunft und Aufbruch, Tradition und Kontinuität. Seit ihrer Gründung vertritt sie die Belange von mittlerweile über 30.000 Internistinnen und Internisten in Deutschland.