DGIM-Gastzugang für Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland stößt auf große Nachfrage
Seit August 2026 bietet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) Ärztinnen und Ärzten aus dem Ausland einen kostenlosen Gastzugang zu ausgewählten Fort- und Weiterbildungsangeboten an. Das Interesse ist groß: innerhalb der ersten Wochen nahmen rund 150 Ärztinnen und Ärzte den Gastzugang in Anspruch.
Diese große Nachfrage zeigt, dass die DGIM mit ihrem Angebot auf einen konkreten Bedarf trifft. Dazu beigetragen haben auch zahlreiche DGIM-Mitglieder, die die Information in ihren Kliniken, Praxen und Netzwerken geteilt und weiterverbreitet haben. So konnten viele Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland frühzeitig von den Möglichkeiten erfahren, die ihnen der Gastzugang bietet.
Fachlich am Ball bleiben – schon vor dem Berufseinstieg
Der Gastzugang richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, die ihre medizinische Ausbildung im Ausland abgeschlossen haben und in Deutschland ärztlich tätig werden möchten oder sich bereits im Anerkennungsverfahren befinden. Voraussetzung ist, dass sie noch keine deutsche Approbation besitzen. Angesprochen sind insbesondere Medizinerinnen und Mediziner mit Interesse an der Inneren Medizin – unabhängig davon, ob sie bereits einen Facharztabschluss erworben haben, sich in der Weiterbildung befinden oder eine internistische Weiterbildung anstreben.
Der Weg in die ärztliche Tätigkeit in Deutschland ist für viele ausländische Ärztinnen und Ärzte mit einem aufwendigen Anerkennungsverfahren verbunden. Mit dem Gastzugang möchte die DGIM ihnen ermöglichen, sich auch während dieser Zeit fachlich weiterzubilden und mit der Inneren Medizin in Deutschland in Verbindung zu bleiben. So soll der Übergang in das deutsche Gesundheitswesen möglichst ohne längere fachliche Unterbrechung gelingen.
Der kostenlose Gastzugang eröffnet dafür verschiedene Möglichkeiten: Dazu zählen sämtliche Angebote der DGIM e.Akademie, darunter Webinare, Podcasts, das Facharzttraining Innere Medizin und die Diagnostikkurse. Darüber hinaus r sind der Zugang zum Fortbildungsformat DGIMTalk, zur Fachzeitschrift „Die Innere Medizin“ enthalten sowie die Teilnahme am Internistenkongress möglich. Ergänzt wird das Angebot durch einen sechsmonatigen kostenlosen Zugang zu AMBOSS. Damit können sich die Gastmitglieder fachlich weiterentwickeln, ihre medizinische Fachsprache stärken und zugleich die internistische Fachgemeinschaft in Deutschland kennenlernen und ihr Netzwerk erweitern.
Viele junge Ärztinnen und Ärzte unter den Gastmitgliedern
Die bisherigen Neuzugänge in der DGIM zeigen, wie international die Zielgruppe des Angebots ist. Die meisten Gastmitglieder stammen aus Syrien, der Ukraine, Brasilien, Algerien und Russland. Auffällig ist auch die Altersstruktur: Mehr als die Hälfte sind zwischen 26 und 35 Jahre alt. Das Angebot erreicht damit insbesondere Ärztinnen und Ärzte in einer frühen bis mittleren Phase ihrer beruflichen Entwicklung – also zu einem Zeitpunkt, an dem fachliche Orientierung und der Zugang zu Weiterbildung besonders wichtig sein können.
Um die Zielgruppe noch besser zu erreichen, baut die DGIM auch den Austausch mit internationalen Ärztevereinigungen, Ärztenetzwerken in Deutschland sowie mit dem Deutschen Ärzteverlag, Amboss und weiteren Kooperationspartnern aus.
Zusätzliche Informationen zum DGIM-Gastzugang für zugewanderte Ärztinnen und Ärzte sowie zu den Voraussetzungen und zur Antragstellung finden sich auf der DGIM-Webseite. Dort gibt die DGIM außerdem einen Überblick über wichtige Themen, Anlaufstellen und Informationsangebote rund um den Weg zur ärztlichen Tätigkeit in Deutschland:
- Orientierungshilfe in Deutschland wie Informationen zum deutschen Gesundheitssystem, wichtige Ärzteorganisationen und Beratungsangebote
- Informationen rund um die Fachprüfung
- Informationen rund um das Anerkennungsverfahren
- Informations- und Unterstützungsangebote für die Integration in Deutschland
- Informationen rund um die Facharztweiterbildung
Ein anschauliches Beispiel dafür, wie der Einstieg in den deutschen Arztberuf gelingen kann, bietet der Erfahrungsbericht eines DGIM-Mitglieds aus Albanien auf der DGIM-Webseite. Die Ärztin schildert ihren Weg nach Deutschland, die Hürden des Anerkennungsverfahrens und die Erfahrungen, die ihr beim Berufseinstieg geholfen haben. Heute arbeitet sie als Assistenzärztin im dritten Weiterbildungsjahr der Inneren Medizin und gibt ihre Erkenntnisse sowie praktische Tipps an Kolleginnen und Kollegen weiter, die diesen Weg noch vor sich haben.
DGIM Geschäftsführerin Ourania Menelaou und DGIM Generalsekretär Prof. Georg Ertl freuen sich über die große Resonanz auf das Angebot. Ihnen ist es ein wichtiges Anliegen, zugewanderten Ärztinnen und Ärzten frühzeitig den Zugang zu fachlicher Weiter- und Fortbildung, verlässlichen Informationen und zur internistischen Fachgemeinschaft zu erleichtern. Wer sich willkommen fühlt und fachlich Anschluss findet, kann sich gezielter auf die nächsten Schritte und dem Weg in den deutschen Arztberuf vorbereiten.