DGIM Ehrenmitglied 1998

Fritz Hartmann

Prof. Dr. med. Fritz Hartmann, geboren am 17. November 1920 in Osterfeld (heute zu Oberhausen), sorgte für die Etablierung der Rheumatologie als eigenständiges Fachgebiet der Inneren Medizin, war Mitbegründer und erster gewählter Rektor der Medizinischen Hochschule Hannover sowie Medizinhistoriker. – Nach dem durch den Krieg unterbrochenen Studium der Psychologie, der Philosophie und der Medizin wurde Hartmann 1945 an der Universität Göttingen promoviert. Fünf Jahre später habilitierte er sich dort bei Rudolf Schoen mit einer Arbeit über Störungen der Leberfunktion. 1956 wurde er auf den Lehrstuhl für Innere Medizin und als Direktor der Medizinischen Poliklinik nach Marburg berufen. Rheumatologie und Hepatologie wurden zu seinen Schwerpunkten. Eines seiner Hauptinteressen galt einem zeitgemäßen medizinischen Studium, optimalen Forschungsmöglichkeiten und einer Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten. In diesem Sinne konnte er seit 1961 im Gründungsausschuss für die Medizinische Akademie, später Medizinische Hochschule Hannover (MHH), wirken. 1965 erfolgte der Ruf auf den Lehrstuhl für Innere Medizin an der neu gegründeten MHH. Er setzte sich erfolgreich bei der DFG, in deren Senat er viele Jahre vertreten war, für einen Sonderforschungsbereich „Rheumatologie“ ein und etablierte für eine optimierte Therapie ein System regionaler Rheumazentren. – Als Reformer war er sich der historischen, philosophischen und theoretischen Grundlagen der Medizin bewusst und betätigte sich insbesondere mit Blick auf das sich wandelnde Arzt-Patient-Verhältnis als Medizinhistoriker. Schon 1956 erschien sein Buch „Der ärztliche Auftrag. Die Entwicklung der Idee des abendländischen Arzttums aus ihren weltanschaulich-anthropologischen Voraussetzungen bis zum Beginn der Neuzeit“. Hartmann stand bis zu seiner Emeritierung 1988 auch dem Seminar für Geschichte, Theorie und Wertelehre der Medizin vor. Vielfach geehrt starb Fritz Hartmann im Alter von 86 Jahren am 10. Februar 2007 in Hannover, nachdem er in den Jahren zuvor den Tod seiner Frau und seiner Tochter hatte hinnehmen müssen. Die MHH würdigte ihn nach seinem Tod als ihren „geistigen Vater“.


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