Ehrenmitglieder der DGIM

In der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. haben Ehrenmitgliedschaften eine lange Tradition. Im Laufe ihres über 130-jährigen Bestehens hat die Fachgesellschaft den Titel "Ehrenmitglied" bereits über 200-mal an ausgewählte Persönlichkeiten verliehen, erstmals im Jahr 1891.

Eine Ehrenmitgliedschaft in der DGIM zeichnet Menschen aus, die sich durch ihre Arbeit und ihren Einsatz für die Interessen der Inneren Medizin und der DGIM - mitunter auch über das eigene Berufsfeld hinaus - in außergewöhnlichem Maße verdient gemacht haben. Die Ehrenmitgliedschaft bedeutet eine bleibende, ideelle Würdigung der geehrten Persönlichkeiten.

Ehrenmitglieder werden auf Vorschlag des Ausschusses und des Vorstands der DGIM von der Mitgliederversammlung der DGIM gewählt. Die Wahl erfordert eine Zweidrittelmehrheit.

Ehrenmitglieder 2016

Verleihung auf dem DGIM-Kongress 2017

Dipl.-Volkswirtin Irmtraut Gürkan 

Irmtraut Gürkan beschritt schon früh ihren Weg im Gesundheitswesen. Bereits in ihrer Diplomarbeit befasste sich die Volkswirtin mit ärztlichen Abrechnungssystemen. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Göttingen war sie bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Frankfurt tätig und kümmerte sich von 1977 bis 1979 um Verträge mit den Krankenhäusern. Anschließend wechselte sie ans Frankfurter Universitätsklinikum in die Leitung der Finanzabteilung, wo sie zunächst als Projektleiterin für die Einführung der kaufmännischen Buchführung verantwortlich war. 1984 wurde sie stellvertretende Verwaltungsdirektorin. 2001 wurde sie Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Frankfurt.

Seit 2003 ist die gebürtige Nordhessin Kaufmännische Direktorin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Heidelberg. Das Heidelberger Universitätsklinikum ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gewachsen. Nach der Charité in Berlin und der LMU München ist es das größte Universitätsklinikum in Deutschland und nimmt klinisch wie wissenschaftlich eine Spitzenposition ein. Gürkans Verdienst ist es, dass in den vergangenen zehn Jahren zudem die Leistungen in der Krankenversorgung um 40 Prozent gesteigert werden konnten – eine Voraussetzung für die wirtschaftliche Stabilität des Klinikums bei wachsendem Kostendruck. Wichtiger Faktor für den Erfolg war und ist die gute Zusammenarbeit mit Partnern in der Region sowie innovative Projekte, etwa die Eröffnung des einmaligen Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums HIT im Jahr 2009. 1999 wurde Gürkan Mitglied des Stiftungsrates der Deutschen Stiftung Organtransplantation und 2006 Vorstandsmitglied des Verbandes der Universitätsklinika Deutschland. In diesem Jahr zeichnet die DGIM Irmtraut Gürkan mit der Ehrenmitgliedschaft aus. 

Prof. Dr. med. Edouard Battegay 

Seit 2007 ist Edouard Battegay Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin am Universitätsspital Zürich. Zudem ist er Weiterbildungsverantwortlicher für Innere Medizin und Leiter der Forschungsabteilung der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin. Die klinischen und wissenschaftlichen Interessen von Battegay richten sich auf Multimorbidität, Differentialdiagnostik, Hypertonie, Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen und Angiogenese. Neben seiner Arbeit am Klinikum ist er als ordentlicher Professor für Innere Medizin an der Universität Zürich tätig. Dort ist er Gründer und Präsident des Leitungsausschusses des Kompetenzzentrums Multimorbidität, Vizedirektor des universitären Forschungsschwerpunktes „Dynamics of Healthy Aging“ und Mitglied der akademischen Leitung des Zentrums für Gerontologie. Darüber hinaus ist Battegay Mitglied verschiedener Gremien, die sich mit HerzKreislauf-Prävention beschäftigen.

Battegay studierte Medizin an der Universität Basel und verbrachte sein Wahlstudienjahr unter anderem am Montreal General Hospital und am Centre Hopitalier Universitaire Vaudois in Lausanne. Seine klinische und wissenschaftliche Weiterbildung verbrachte er in Rheinfelden, Basel und Seattle (USA). Er ist Autor vieler wissenschaftlicher Artikel und Monographien, geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift „Praxis“ sowie verschiedener Bücher, unter anderem des Standardwerkes „Siegenthalers Differenzialdiagnose: Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose“. Battegay ist als Delegierter der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM) im Ausschuss der DGIM. Er ist Gründer und Präsident der Zurich Academy of Internal Medicine, die die Allgemeine Innere Medizin und Karriere von Internisten fördert. In diesem Jahr zeichnet die DGIM Edouard Battegay mit der Ehrenmitgliedschaft aus. 

Ehrenmitglieder 2015

Verleihung auf dem DGIM-Kongress 2016

Prof. Dr. med. Hansjörg Just

Professor Hanjörg Just leitete von 1979 bis 1999 als Lehrstuhlinhaber und Ärztlicher Direktor die Abteilung Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie mit internistischer Intensivmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Er war Prodekan und Dekan der Medizinischen Fakultät und Prorektor der Albert-Ludwigs-Universität.

Geboren in Stapelburg am Harz absolvierte Just seine Ausbildung zum Mediziner an den Universitäten Göttingen, Köln, Bern und Freiburg. Seine Facharztausbildung für Innere Medizin und Kardiologie erhielt er an der Georgetown University Washington, USA, dem National Institute of Health in Bethesda, USA, sowie am Universitätsklinikum Mainz. 1972 erfolgte die Habilitation für Innere Medizin unter Professor Paul Schölmerich. Seine Forschungsschwerpunkte lagen unter anderem in der klinischen Kardiologie, der Entwicklung von Herzkathetertechniken, der Bildverarbeitung sowie der myokardialen Funktion und Energetik.

Just wirkte außerdem als Vorsitzender der Ethik-Kommission der Universität Freiburg. Auf seine Initiative hin entstand das Zentrum für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Freiburg. Auch die Gründung des Herz-Kreislauf-Zentrums sowie des Zentrums für Geriatrie und Gerontologie an der Universitätsklinik Freiburg sind auf sein Engagement zurückzuführen. Neben anderen nationalen und internationalen Auszeichnungen trägt er das Verdienstkreuz der 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Jahr zeichnet die DGIM Hanjörg Just mit einer Ehrenmitgliedschaft aus. 

Prof. Dr. med. Tilmann Sauerbruch

Professor Sauerbruch war von 1992 bis 2012 Professor für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I, Allgemeine Innere Medizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Von 2012 bis 2014 war er Professor für Innere Medizin und kommissarischer Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Endokrinologie der Universitätsmedizin Göttingen.

Professor Sauerbruch wurde in Lauingen an der Donau geboren. Nach seinem Studium der Medizin in Würzburg, Hamburg und Heidelberg wurde er 1971 an der Universität Heidelberg promoviert. Anschlie- ßend folgte die Weiterbildung zum Internisten und Gastroenterologen, die er 1979 abschloss. Im Jahr 1982 erfolgte die Habilitation an der LudwigMaximilians-Universität München. Er hatte verschiedene Professuren an der LMU München und ab 1992 an der Rheinischen Friedrich-WilhelmsUniversität in Bonn. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen unter anderem im Bereich Pathogenese und Behandlung der portalen Hypertension von Gallenwegserkrankungen und der Leberzirrhose.

Professor Sauerbrauch ist Träger verschiedener Preise und Auszeichnungen. Unter anderem erhielt er den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft, 1992 den Lucie-Bolte-Preis der Lucie-Bolte-Stiftung, 2014 die LudwigHeilmeyer-Medallie in Gold sowie den Recognition Award der European Association for the Study of the Liver. Die DGIM zeichnet Tilman Sauerbruch heute mit einer Ehrenmitgliedschaft aus.

Prof. Dr. med. Jürgen Schölmerich

Seit 2010 ist Professor Schölmerich ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt am Main. Zuvor war er Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin und Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Regensburg.

Nach Studium in Heidelberg und Freiburg war er dort als Assistenzarzt an der Medizinischen Universitätsklinik tätig, wo er sich im Jahre 1984 habilitierte. Es folgten mehrere Forschungsaufenthalte an der University of California in San Diego, USA. Von 1987 bis 1991 war er Universitätsprofessor und Oberarzt in Freiburg, 1991 folgte er dem Ruf nach Regensburg. Nach einer Gastprofessur in San Diego leitete Jürgen Schölmerich das Klinikum der Universität Regensburg als Ärztlicher Direktor. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte reichen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, der Bakterien-Epithelinteraktion im Intestinum über Leberzirrhose und ihre Komplikationen bis hin zum Gallensäurenstoffwechsel.

Professor Schölmerich erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen und engagierte sich in zahlreichen Gremien. Von 2005 bis 2011 war er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im Jahr 2009/2010 hatte Professor Schölmerich den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin inne und gestaltete den Jahreskongress. Seit 2006 ist er im wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer engagiert und er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Professor Schölmerich erhält heute die Ehrenmitgliedschaft der DGIM.