Medienpreis 2019

Zum ersten Mal schrieb die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) Medienpreise für exzellente journalistische Arbeit aus.

In diesem Jahr hat die DGIM das Motto der Medienpreise unter das Kongressthema „Digitale Medizin“ gestellt. Denn über dieses Thema gibt es noch einen großen Aufklärungsbedarf.

Zahlreiche Bewerbungen gingen aus den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen ein. Die Preisverleihung fand am 5. Mai 2019 auf dem Internistenkongress in Wiesbaden statt.

Dr. Eckart von Hirschhausen - Grußwort DGIM Medienpreis 2019

1. Platz: „Leben lassen“ von Lorenz Wagner

Der erste Platz der Medienpreise 2019 ging an Lorenz Wagner. Sein Beitrag „Leben lassen“ wirft einen differenzierten Blick auf Tierversuche. Der Artikel ist am 11. Januar 2019 im Süddeutsche Zeitung Magazin erschienen. Umfassend und sorgfältig beschreibt er darin, warum die ethisch zunehmend unter Kritik geratenen Tierexperimente in vielen Forschungsbereichen keine guten Erfolgsquoten erzielen. Wissenschaftler und die Pharmaindustrie verschreiben sich immer häufiger Tests an künstlichen Organismen. Herr Lorenz widmet sich in seinem Artikel einer Kernkritik an der Forschung und erklärt, wo Tierversuche weiterhin wichtig und sinnvoll sind. Gleichzeitig zeigt er auf, wie die Digitalisierung zu einer massiven Veränderung in dieser Forschungslandschaft beiträgt und welches revolutionäre Potential sich dahinter verbirgt.

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Kurz-Lebenslauf von Lorenz Wagner

Nach dem Studium in Romanistik und BWL in Nancy, studierte Lorenz Wagner an der Axel Springer Journalistenschule und war Chefreporter der „Financial Times Deutschland“. Seit 2013 ist er Redakteur beim Süddeutsche Zeitung Magazin.


2. Platz: „Über Teledoktoren und Computertherapien“ von
Martina Keller und Jochen Paulus

Telemedizin ist in aller Munde, doch viele Patienten – aber auch Ärzte – können sich einen konkreten Alltag mit dieser Therapieform nicht vorstellen. Der Hörfunk-Beitrag „Über Teledoktoren und Computertherapien“ von Martina Keller und Jochen Paulus schafft, diese Distanz abzubauen. Er wurde am 26. August 2018 im Deutschlandfunk ausgestrahlt. Den Autoren gelang es, den telemedizinischen Alltag aus unterschiedlichen Perspektiven lebensnah und authentisch darzustellen – aus Sicht der Patienten sowie der Ärzte. Die Zuhörer begleiten darin Ärzte zu Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche aber auch psychischen Leiden. Den Autoren gelingt es einerseits, Berührungsängste und Vorbehalte gegenüber dieser Therapieform zu reduzieren und die Vorteile für Ärzte und Patienten aufzuzeigen. Andererseits betrachten sie auch die Grenzen der telemedizinischen Arbeit und die Perspektiven, die diese Arbeit für die Ärzteschaft haben könnte. Für diese differenzierte und authentische Sicht auf ein sehr aktuelles und zunehmend wichtiges und zukunftsweisendes Thema verleiht die DGIM den Autoren den zweiten Platz der Medienpreise.

Hier geht es zur Webseite des Deutschlandfunks und zum ganzen Beitrag:

https://www.deutschlandfunk.de/fernbeziehung-ueber-telemedizin-und-computertherapeuten.740.de.html?dram:article_id=426441

Kurz-Lebenslauf von Martina Keller

Nach ihrem Studium der Geschichte und Philosophie in Bochum und Göttingen machte Martina Keller beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag in Husum und Flensburg ihr Volontariat. Anschließend war sie vier Jahre lang Redakteurin beim Öko-Test Magazin in Frankfurt. Bis heute arbeitet sie als freie Wissenschaftsjournalistin für GEO und DER SPIEGEL und produziert Hörfunk-Features für den ARD-Sender und den Deutschlandfunk. Ein Schwerpunkt sind investigative Recherchen.

Kurz-Lebenslauf von Jochen Paulus

Nach einem Praktikum beim Schwäbischen Tagblatt und einem Jahr als freier Journalist machte Jochen Paulus ein Volontariat bei der Hessischen-Niedersächsischen Allgemeinen in Kassel. Ab 1989 arbeitete er über fünf  Jahre als Redakteur beim Öko-Test-Magazin im Ressort für Hintergrundberichte, Umweltpolitik und Reportagen, sowie in der Testredaktion. Seit Mitte 1994 ist er freier Autor und Referent bei Bildungseinrichtungen. Jochen Paulus produziert Radiobeiträge für ARD-Sender.

 

3. Platz: „Stellvertreter in schwieriger Zeit“ von Denise Peikert

Mit ihrem Artikel gelang Denise Peikert eine sehr anrührende und einfühlsame Veröffentlichung zum Thema „Digitale Medizin“. Er ist in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 8. Juli 2018 erschienen. Darin schildert die Autorin sehr anschaulich, wie ein Avatar ein chronisch krankes Kind am schulischen Alltag teilnehmen lassen kann, ohne dass das dies die Wohnung verlassen muss. Der Schulroboter ermöglicht es dem Kind, seine Freunde zu sehen, zu hören und mit ihnen und den Lehrern Kontakt aufzunehmen – eben als sein Stellvertreter. Die DGIM würdigt den neuen und relevanten Ansatz sowie den Aspekt, dass Digitalisierung – entgegen der häufigen Annahme – nicht isolieren und entmenschlichen muss, sondern zur Integration und sozialen Teilhabe von Menschen beitragen kann. Auch die Grenzen dieser Technologie diskutiert die Autorin sehr differenziert.

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Kurz-Lebenslauf von Denise Peikert

Denise Peikert studierte Journalismus an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Deutschen Journalisten-Schule. Anschließend war sie in wechselnden Positionen für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und schließlich als freie Journalistin darüber hinaus für die dpa und NEON tätig. Seit 2017 ist sie freie Journalistin unter anderem bei der FAZ, FAS, dpa und ZEIT sowie Mitarbeiterin im investigativen Rechercheteam des MDR.

 

Mitglieder der DGIM-Medienpreis Jury:

  • Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM
  • Dr. med. Eckart von Hirschhausen, TV-Moderator
  • Dr. Oliver Erens, Vorsitzender des VMWJ - Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V. 
  • Professor Christian Floto, Deutschlandfunk, Ressortleiter Wissenschaft & Bildung
  • Dr. Anika Geisler, Stern, Ressort Wissenschaft

Kontakt für Rückfragen:

Pressestelle der DGIM
Christina Seddig/Janina Wetzstein
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart

Tel.: 0711 8931-652/-457
Fax: 0711 8931-167
E-Mail:
seddigmedizinkommunikation.org
wetzsteinmedizinkommunikation.org

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